IBFANs
Monitoring Report eine der Grundlagen für die Aufstellung
des ethischen Investment-Index von FTSE
13. Juli 2001
Einige der größten
Nahrungsmittel- und Pharmakonzerne der Welt sind von dem neuen,
in dieser Woche veröffentlichten ethischen Investment-Index
FTSE4Good ('footsie
for good') ausgeschlossen worden, weil sie weiterhin die Vorschriften
für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten mißachten.
UNICEF (das Spenden
aus den Gewinnen erhält, die der Index erwirtschaft) hat
wiederholt festgestellt, daß die Umkehr der rückläufigen
Stillraten jährlich weltweit 1,5 Millionen Säuglingen
das Leben retten könnte.
Geläufige Namen
wie Nestlé, Abbott Ross, American Home Products (Wyeth),
Mead-Johnson und NUMICO (Nutricia, Milupa, Cow&Gate), Meiji
und Snow Brand sind alle der Verletzung sowohl des
Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten
von 1981 als auch der nachfolgenden, relevanten Resolutionen der
Weltgesundheitsversammlung überführt worden. Keine dieser
Firmen erscheint in den Listen, die in dieser Woche auf der FTSE4Good-Webseite veröffentlicht
wurden.
Der jüngste IBFAN
Monitoring Report, Breaking the Rules,
Stretching the Rules 2001 (das Ergebnis von Untersuchungen
in 14 Ländern) enthält Firmenprofile. IBFANs neue Broschüren
Look
What They're Doing erläutern, wie die kodexwidrigen Vermarktungspraktiken
Entscheidungen über die Ernährung der Säuglinge
beeinflussen und zeigt deren Auswirkungen auf die Säuglingsgesundheit
auf.
Babymilchfirmen, die
gegen den Internationalen Kodex und die Resolutionen verstoßen,
werden vom FTSE4Good-Index aufgrund von Abschnitt acht der Kriterien für soziale
Themen und der Beziehungen zu Interessenvertretern ausgeschlossen,
der besagt:
"Firmen dürfen
die Kapitel zur Säunglingsnahrung im Internationalen Kodex
für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten laut
dem Internationalen Aktionsnetzwerk
Säuglingsnahrung [IBFAN] nicht verletzt haben."
Ethisch orientierte
Investment-Firmen, die in Großbritannien und anderswo tätig
sind, schließen jetzt schon Verletzer des Kodex und der
Resolutionen von ihren Portfolios aus. Die im vergangenen Jahr
in Großbritannien eingeführte Gesetzgebung fordert
von allen Rentenfonds die Offenlegung des "Umfangs,
inwieweit soziale, umwelterelevante und ethische Erwägungen
bei der Auswahl, Einbehaltung und Realisierung von Investititonen
berücksichtigt worden sind" und konnte damit das
Interesse am ethisch orientierten Investment deutlich steigern.
Es gibt FTSE4Good-Indices
für Großbritannien, Europa, die USA sowie die gesamte
Welt. Die UK-Liste schließt ein Drittel von der allgemeinen
FTSE100-Liste der Firmen aus, die an der Londoner Börse gehandelt
werden. Die Indices stehen trotzdem in der Kritik. Zum Beispiel
wehren sich Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten gegen die Aufnahme
von Ölkonzernen (siehe The Guardian 10.
Juli, 11.
Juli und 29.
Mai).
Für weitere Informationen
wenden Sie sich bitte an: Mike
Brady, Campaigns Coordinator, Baby Milk Action (die britische
IBFAN-Gruppe)
Anmerkungen für
den Redakteur
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FTSE4Good ist ein Index für
"sozial verantwortliches Investment", entworfen
von FTSE, einem der führenden globalen Index-Ersteller.
Laut der FTSE4Good-Webseite ist "FTSE4Good eine Serie
von fixen und handelbaren Indices, die Investitionen in Firmen
mit gutem Ruf in Bezug auf umfassende soziale Verantwortung
erleichtern. FTSE4Good ist einzigartig - es gibt kaum einen
vergleichbaren sozial verantwortlichen Index wie diesen. Unabhängig
definiert und recherchiert setzt FTSE4Good einen objektiven
globalen Standard für sozial verantwortliches Investment.
Die FTSE4Good-Auswahlkriterien decken 3 Bereiche ab:
-
die Arbeit hin
zu einer nachhaltigen Umweltentwicklung
-
die Entwicklung
positiver Beziehungen zu Interessenvertretern
-
das Festhalten
an und die Unterstützung von allgemeinen Menschenrechten"
Die FTSE4Good Auswahlkriterien
wurden von FTSE in Zusammenarbeit mit dem Ethical Investment Research Service
entwickelt.
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