WHA RESOLUTION 46.7
Fächerübergreifende Rahmenbedingungen
für internationale und nationale Maßnahmen
Nach mehr als zwei Jahren ausgiebiger Vorbereitungsarbeiten
von Regierungen und ihren internationalen Organisationen WHO
und FAO versammelte sich die Internationale Konferenz zu Ernährung
(ICN, Rom, 1992). Durch diesen Prozeß wurden als Grundlage
für konzertierte nationale und internationale Maßnahmen
die hauptsächlichen Erscheinungsformen von Fehlernährung
thematisiert, ihre vielfältigen Ursachen und beitragenden
Faktoren benannt und Strategien und Verantwortlichkeiten für
die Verringerung von Mangelernährung nachgewiesen.
Die Weltdeklaration und der Aktionsplan
für Ernährung, welche die Regierungen der Welt während
der ICN-Sitzung beschlossen, benennt neun Ziele und neun Strategien
als globale vorrangige Aktionsbereiche für Ernährung.
Die Weltgesundheitsversammlung hat daraufhin diese Ziele und
Strategien in ihrer Gesamtheit bekräftigt (Resolution WHA
46.7).
Die Weltdeklaration und der Aktionsplan charakterisieren die
vielfältigen Zusammenhänge und die Form aller Arten
von Mangelernährung sowie die fächerübergreifenden,
multi-programmatischen Strategien und Verantwortlichkeiten der
Regierungen und der
internationalen Gemeinschaft für die Verringerung und Abschaffung
von Mangelernährung. Gleichzeitig bilden die Ziele und
Strategien ein stimmiges prioritäres Rahmenwerk, welches
als eine Plattform dient, von der aus die eigenen, auf die Gesundheit
abgestellten Ziele, Strategien und Aktivitäten der WHO
wechselseitig verstärkt werden können.
Der Welternährungsgipfel (Rom, 1996)
wiederholte und bekräftigte die Gültigkeit dieser
Ziele und Strategien.
Weltdeklaration zu Ernährung
Neun Ziele
Als Grundlage für den Aktionsplan für
Ernährung und Leitlinie für die Formulierung nationaler
Aktionspläne, eingeschlossen die Entwicklung meßbarer
Ziele und Zielvorstellungen innerhalb von Zeitrahmen,
wir [die Minister und Bevollmächtigten]
Geloben alle Anstrengungen zu unternehmen,
um vor dem Ende dieser Dekade auszuschalten:
Hungersnot und das auf sie zurückzuführende Sterben.
Hungertod und ernährungsbedingte Mangelkrankheiten in Gemeinschaften,
die von natürlichen oder menschengemachten Katastrophen
betroffen wurden.
Jod- und Vitamin A-Mangel.
Wir geloben ebenso innerhalb dieser Dekade
wesentlich zu reduzieren:
Hungertod und weitverbreiteten chronischen
Hunger.
Unterernährung, speziell unter Kindern, Frauen und den
Alten.
Weitere wichtige mikroernährungsbedingte Mängel, einschließlich
Eisen.
Ernährungsbezogene übertragbare und nichtübertragbare
Krankheiten.
Soziale und weitere Hemmnisse für das optimale Stillen.
Unzureichende sanitäre Einrichtungen und schlechte Hygiene,
einschließlich unsauberem Trinkwasser.
Neun aktionsorientierte Strategien
Einbeziehung ernährungsspezifischer
Zielvorstellungen, Überlegungen und Bestandteile in die
Entwicklungspolitiken und -programme.
Verbesserung der häuslichen Nahrungsmittelsicherheit.
Schutz der Verbraucher durch verbesserte Nahrungsmittelqualität
und -sicherheit.
Vorbeugung von und Umgang mit Infektionskrankheiten.
Förderung des Stillens.
Sorge um die sozioökonomisch Ausgeschlossenen und Nahrungsbedürftigen.
Vorbeugung und Kontrolle spezifischer Mikroernährungsmängel.
Förderung angemessener Ernährung und gesunder Lebensart.
Einschätzung, Analyse und Überwachung der Ernährungssituationen.
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